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Schlussbericht Laura

Der Plan war für 6 Monate nach Olsztyn in Polen zu fahren, dort im Kindergarten zu arbeiten und im März wieder nach Hause zu fahren. Am Ende wurden es 12 Monate, viele interessante Menschen und Projekte und das beste Jahr meines Lebens.

Eines war klar - das Jahr nach dem Abitur möchte ich im Ausland verbringen. Standardideen, wie Australien und Asien schwirrten in meinem Kopf herum. Doch dann stieß ich auf das EVS. Wozu an das andere Ende der Welt fahren, wenn man auch in Europa andere Kulturen und viele interessante Menschen kennenlernen kann? Und warum nicht gleich ins Nachbarland Deutschlands- Polen!?

Als ich los fuhr und 10 Stunden im Zug saß, bemerkte ich - ich weiß weder wer mich abholt, noch wo die Wohnung ist, noch mit wem ich zusammen wohnen werde. Doch zum Verzweifeln war keine Zeit. Typisch für Polen schloss ich bereits im Zug Bekanntschaften und so verflogen die 10 Stunden schneller als gedacht. Abgeholt wurde ich von 3 Mädchen, mit denen ich zusammen wohnte, und unserem Koordinator. Von Anfang an waren wir eine tolle Gruppe. Zunächst wohnte ich mit Mädchen aus Deutschland und Italien zusammen. Später kamen noch ein deutscher und ein italienischer Junge dazu.

Schon nach 2 Tagen wurde mir meine Freiwilligenstelle vorgestellt. Ein nahe gelegener Kindergarten, wo ich in der Gruppe Nr. 4, mit Kindern im Alter von 5 bis 6 Jahren, half. Die Gruppe wurde von zwei Erzieherinnen geleitet, mit denen ich mich sehr gut verstanden habe.
Im Kindergarten habe ich sehr gut Polnisch gelernt. Da ich nicht die erste Freiwillige war, wussten die Kinder, dass ich nicht alles verstehe was sie sagen. Oft haben sie mir verschiedene Dinge gezeigt und Vokabeln erklärt oder haben mir Dinge beschrieben. Zusätzlich zum Polnisch lernen, wurde uns von unserer Organisation dort ein Sprachkurs gestellt.
Meine Aufgaben im Kindergarten bestanden hauptsächlich aus helfen bei Vorbereitung und Durchführung von Lerneinheiten am Vormittag, auf die Kinder bei Spaziergängen, Ausflügen oder auf dem Spielplatz aufzupassen, helfen beim Frühstück und Mittagessen, sowie mit ihnen zu spielen und Aktivitäten zu gestalten.
Meine Zeit im Kindergarten war wundervoll. Mit allen Erzieherinnen habe ich mich gut verstanden und meine Gruppe war toll. Dadurch, dass wir viele Ausflüge unternommen haben, hatte ich die Möglichkeit viele interessante Dinge zu sehen, die vom Besuch im Planetarium bis zum Ausflug zur Müllverbrennungsanlage reichen.

Durch unsere Organisation vor Ort hatten wir die Möglichkeit an vielen zusätzlichen Projekten teilzunehmen. Ich gab Englischunterricht für Teenager und Kinder, half bei Basteltagen in Schulen, nahm an Kulturveranstaltungen teil, wo ich Deutschland repräsentierte und viele andere Nationen vertreten waren und fuhr in ein kleines polnisches Dorf und half 2 Wochen lang bei verschiedenen Workshops für Kinder, zusammen mit vielen anderen Freiwilligen aus Polen, Deutschland und der Ukraine.

Das Zimmer (welches am Ende voll mit Bildern von "meinen" Kindern war) habe ich mir mit einem Mädchen aus Deutschland geteilt. Meine anfänglichen Zweifel, ob so etwas gut gehen kann, verflogen sofort. Wir hatten eine einmalige Zeit zusammen und fanden es nach wenigen Monaten schon komisch alleine im Zimmer schlafen zu müssen.
Unsere WG war in 2 übereinander liegenden Wohnungen eingeteilt. Insgesamt waren 10 Freiwillige aus Deutschland, Italien und der Ukraine. Nach und nach wuchsen wir zu einer großen "EVS-Familie" zusammen, in der sich alle gut verstanden haben. Als Nachbarn hatten wir viele polnische Studenten, mit denen wir viel unternommen haben.

Da ich Familie in Polen habe, waren mir Vieles der Kultur schon bekannt. Dennoch bekam ich viel mehr Eindrücke, durch das Leben dort. Nach diesem Jahr habe ich Polen noch mehr lieben gelernt. Die Menschen sind gastfreundlich, herzlich und offener als Deutsche. Das habe ich sehr genossen.

Rückblickend auf mein EVS kann ich es nur Jedem empfehlen, der ins Ausland gehen möchte. Durch die Seminare der Nationalagentur und auch durch das Leben in Olsztyn habe ich viele interessante Leute aus ganz Europa kennengelernt, habe viele Freundschaften geschlossen, bin selbstständiger geworden, habe viele Erfahrungen in vielen Bereich, wie Arbeit mit Kindern gesammelt, kann nun Polnisch sprechen, habe viele Städte in Polen gesehen und hatte das beste Jahr meines Lebens. Am besten zeigt, dass, wenn ich in Berlin meine Familie besuchte, ich jedes Mal dachte, so schön es auch war, dass ich zurück nach Hause fahre. Nach Olsztyn, was zu meinem zweiten zu Hause geworden ist.