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Schlussbericht Alexander

Mein Jahr im Ausland begann mit der Anreise, mit dem Zug, nach Kalmar. Ich startete in Leer und fuhr durch bis zur Kalmar Zentrale, was eigentlich 13Stunden gedauert hätte, doch durch einen zwischenzeitlichen Gepäckverlust kamen nochmal 2 Stunden drauf. Anstatt um 19:00Uhr kam ich um 21:00Uhr an, doch ich habe meinem Mentor die kleine Durchfahrtspanne erklärt und so holte er mich um 21:00Uhr ab. Mein Mentor hieß Johan Hellström. Nachdem Johan mich also vom Bahnhof abholte, fuhr er mich auch gleich zu meiner kleinen Wohnung. Der Eigentümer des Hauses war ein 88jähriger Mann namens Assar Arvidsson, der mir die kleine Wohnung über ihm, direkt unterm Dach überließ. So kam ich also an und packte meine Koffer erstmal aus.
Am nächsten Tag, es war ein Freitag, zeigte mir mein Mentor dann die Stadt. Mir wurde die Stadt selbst gezeigt, die Mall, die Burg, die Mauern, die Einkaufsläden, die Banken, die Sporthalle (wo ich fast täglich meinen Aufgaben nachging als Tischtennistrainer), das Stadion der Erstligamannschaft, wo er wohnt und einiges mehr. Das erste Wochenende wurde mir also die Stadt ein bisschen näher gebracht und außerdem erklärt, was meine Aufgaben sind, zu welchen Zeiten ich in der Halle sein muss und die Tickets für Bus und Zug und die Miete für die Wohnung wurden angesprochen.
Der erste Montag war mein erster Tag als Tischtennistrainer für den städtischen Tischtennisverein "Kalmar BTK"(BTK = Bordtennisklub). Meine Aufgaben als Tischtennistrainer ging ich montags bis donnerstags und nochmal Samstagmorgens nach. Unter der Woche fing das Training meistens am Nachmittag an und verlief bis in den Abend, wobei ich die Chance hatte, nach dem offiziellen Training für die Kinder noch selber ein paar Bälle mit den älteren Spielern zu schlagen, um mich fit zu halten und um die anderen Mitglieder dabei besser kennenzulernen.

Ich konnte natürlich noch kein Schwedisch zu Beginn und deshalb wurde mir angeboten in eine Schule zu gehen. Leider begann meine Schule erst Mitte November und war nicht in Kalmar, da in Kalmar wohl alle Klassenplätze belegt waren, aber ich war glücklich, dass ich endlich Schwedisch lernen durfte und gleichaltrige Mitschüler bekam. Ich ging in Emmaboda zur Schule, es lag 43km weit weg von Kalmar und mit dem Zug fuhr ich 30min.lang, jedoch hatte der Zug meistens Verspätung oder hielt während der Fahrt an, aufgrund entgegenkommenden Zügen, aber dass war hier leider öfters üblich, denn die Busse kamen auch sehr oft zu spät oder in seltenen Fällen sogar gar nicht. Mein erster Schultag verlief dann also leider auch etwas anders, als ich es mir erhofft habe, da ich in eine SFI-Klasse kam (soweit ich weiß bedeutet es School for Immigrants oder Skola för Immigranter). Die meisten Schüler zwischen 40 und 65 Jahre alt, aus Somalia, Kenia, Sudan oder Afghanistan. Erst im März 2014 kam dann ein Deutscher (28) in meine Klasse, der in Schweden ein neues Leben beginnen wollte, worüber ich sehr froh war!
Dennoch machte ich meine Sprachkenntnisse in der Schule und vor allen Dingen durch das Sprechen mit den Kindern im Verein, da die Kleinen noch nicht so viel englisch sprachen.

Zu meinem Aufenthalt in Schweden gehörten ebenfalls die Seminare in Stockholm, einmal gleich im September das 4-tägige Beginnerseminar und im Februar das zur Halbzeit stattfand.
Dort haben wir unsere Projekte vorgestellt. Dies diente der Aufklärung, was wir genau in unseren Projekten machen und ob es uns soweit gut geht, denn ein Beauftragter der schwedischen Nationalagentur war auch dort, um sich ein Bild zu machen. Diese beiden Treffen waren echt super, man konnte nicht nur einiges aus Stockholm sehen, sondern hat nette Volontäre aus ganz Europa getroffen!

Die grundlegendsten Aufgaben im Verein für mich waren natürlich erstens, den Kindern jeder Gruppe das richtige Spiel beizubringen, das bedeutet "Wie spielt man richtig". Ich muss dazu sagen, dass ich bei meiner allerersten Gruppe sehr nervös war, neues Land, Kinder die nur schwedisch sprechen und wer weiß wie sie auf einen Fremden reagieren. Da ich aber positiv überrascht war, wie gehorsam und voller Eifer diese Spieler richtig Tischtennis spielen lernen wollten, selbst die Anfänger von teilweise 6 bis 8 Jahren, wandelte sich die Nervosität schnell in Freude um und ich hätte nicht gedacht, dass ich gleich so viel Freude am trainieren haben würde.
Der große Vorteil bei diesem Projekt ist außerdem der Hauptpunkt Sport, denn Sport ist wie eine Sprache, du kannst es einfach zeigen und machen und große Worte sind nicht nötig, was auch nicht meine Stärke wäre. Noch mehr Spaß hat es mir bereitet, als ich einige Kinder richtig kennenlernen durfte. Ich konnte mit ihnen nicht nur kulturelle Dinge austauschen (Traditionen, Essen, Feste), sondern auch über lustige oder tagtägliche Sachen reden. Ich denke, dass diese Erfahrung auch sehr schön und wichtig für mich persönlich war!
Eine weitere Aufgabe war es, mit anderen Trainern zusammen, die Spieler bei einem großen Turnier zu coachen und zu unterstützen. Es war wirklich toll zu sehen wie sie sich über jeden Fortschritt freuen konnten und das ist mir erst bewusst geworden, als ich es selber mit erlebt habe, wenn manche einen umarmten weil sie so glücklich waren, wenn sie gewannen oder weil man sie trösten musste, wenn sie weinten weil sie verloren haben. Die anderen Trainer aus dem Verein haben mich auch jederzeit unterstützt, da ich Johan nicht so oft beim Training gesehen habe.

Ich würde deswegen sagen, dass ich 3 Mentoren hatte, wenn ich also ein Problem hatte und Johan nicht erreichen konnte, waren immer noch Björn und Åke da. Als ich z.B. meine Personennummer bekam und damit zu einer Bank ging um ein Konto einzurichten wurde mir von Björn geholfen.
Åke, der schon seit der Gründung des Vereins dabei ist, war für den ganzen Jugendbereich zuständig und oft als Fahrer für Auswärtsturniere oder -spiele zur Stelle. Ich selber durfte auch in einem Team für Kalmar BTK spielen und bekam sogar ein komplettes Trikotsatz und einen Trainingsanzug geschenkt vom Verein, was mich sehr froh gemacht hat, den dadurch fühlte ich mich als Teil des Teams und Vereins.

Insgesamt bin ich sehr glücklich, dass ich dieses Jahr in Schweden gemacht habe. Natürlich war es am Anfang sehr oft langweilig, weil ich noch niemanden kannte, deswegen war ich froh als ich andere Volontäre kennenlernen durfte, durch die Treffen der hosting Organisation Kumulus.
Auch als ich den Deutschen kennengelernt habe, konnte ich mal wieder Deutsch in Schweden sprechen und hatte eine weitere Möglichkeit, ein bisschen Abwechslung in meine Freizeit zu bringen.
Ich habe sehr nette Menschen in Schweden kennen gelernt (nicht nur Schweden), die sich und alle sehr respektvoll gegenüber verhalten haben, aber auch der Strand und die Stadt von Kalmar sind sehr schön und als Urlaubsort nur zu empfehlen!

Was ich aus Schweden mitnehmen werde ist auf jeden Fall neue Freundschaften, neue Sprachkenntnisse und auch im Bereich Tischtennis habe ich neue Trainingsmethoden gelernt.
Es gibt viele Trainingsmöglichkeiten oder auch einige lustige Aufwärmspiele die ich vorher aus Deutschland nicht kannte.

Ich bin mir sicher, dass ich die Zeit in Schweden nie vergessen werde!