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Schlussbericht John

Meine Reise nach Finnland begann am 02.08.2013 mit dem Flug von Berlin Tegel nach Helsinki. Während ich im Flugzeug saß, realisierte ich erstmals, dass ich nun für ein Jahr ins Ausland gehen würde und mein altes Leben vorerst hinter mir lasse um - in einem bis dahin mir fremden Land - einen "Neuanfang" zu wagen. Wie gesagt begann meine Reise Anfang August. Ich flog nach Helsinki und blieb dort für eine Nacht. Am nächsten Tag hatte ich eine 7-stündige Zugreise zu meinen neuen Wohnort vor mir.
Ich kam also am Nachmittag des 03.08.2013 in Nurmes an und wurde dort sofort herzlichst von vielen Leuten willkommen geheißen. Mein Mentor und einige meiner späteren Kollegen haben mich vom Bahnhof abgeholt und gemeinsam sind wir von dort aus zum Jugendcenter gefahren. Dort angekommen, stellten wir uns alle gegenseitig vor und ich verspürte sofort, dass ich hier willkommen bin und sie schon auf mich gewartet haben. Alles war bereits vorbereitet und geplant. Mein Mentor (Antti Korhonen) zeigte mir die komplette Anlange des Hyvärilä-Youthcentres (www.hyvarila.com/fi/etusivu/) und anschließend auch mein Apartment. Ich wohnte direkt auf der Anlage in der zweiten Etage des Jugendhostels. In meinen Apartment war alles vorhanden was man so zum Leben benötigt und wenn doch etwas fehlte, wurde es umgehend besorgt. Ich begann also meine Sachen auszupacken und mir es ein wenig heimisch einzurichten.

Der erste Monat in meinem Projekt verlief sehr entspannt, da ich nicht sofort in den Arbeitsalltag hineingeworfen wurde, sondern die Chance hatte, die Stadt, meine späteren Arbeitsplätze und alles andere erst mal genauer zu betrachten und kennenzulernen. Dabei waren mir alle Arbeiter des Jugendcenters behilflich - sie erklärten mir verschiedene Aktivitäten, Arbeitsfelder und wo ich was finden konnte.
Dieser erste Monat der Entdeckung meines Projektes und des Ankommens in Finnland war sehr wichtig für mich, da alles neu erschien. Besonders hilfreich dabei war es, dass nahezu alle Arbeiter Englisch sprachen und wir somit sehr gut kommunizieren konnten, da ich keine Kenntnisse der finnischen Sprache besaß.
Wir versuchten einen Sprachkurs für mich zu finden, dieser fand aber in Lieksa (60km von Nurmes entfernt) statt und war somit für mich zu weit entfernt. Dies war jedoch kein Problem, da ich eine Menge von meinen Mitarbeitern und anderen Leuten lernte.

Ende September fand dann auch schon mein On-Arrival Training statt. Es war eines der besten Erlebnisse in Finnland. Wir waren insgesamt 67 Teilnehmern aus 20 verschieden Ländern (normalerweise sind bei diesem Treffen in Finnland nur 20-25 Teilnehmer dabei). Gemeinsam verbrachten wir eine Woche in Kokkola. Während des Trainings wuchsen wir als Gruppe extrem zusammen und es entstanden Freundschaften fürs Leben.

Anfangs (von September bis November) bestand mein Arbeitsalltag hauptsächlich daraus, in den städtischen Kindergarten zu gehen und dort den Arbeitern zu helfen. Ich spielte hauptsächlich mit den Kindern. Die Kommunikation war Anfangs etwas schwierig, da ich kein Finnisch sprach und sie kein Englisch, aber nach ungefähr zwei Wochen fanden wir unseren Weg der Kommunikation durch Pantomime.

In der zweiten Hälfte meines Projektes änderte ich meinen Arbeitsalltag. Ich begann nun, öfters in Schulen zu gehen, um dort mit den Schülern "international hours" oder verschiedene Workshops zu machen. Außerdem arbeitet ich nun mehr in unserer Anlage, da die Zeit der Campschools (Sommerlager für Schulklassen) begann. Ich hatte täglich verschiedene Gruppen mit denen ich Ausflüge oder Aktivitäten machte. Diese waren zum Beispiel Klettern, Bogen schießen, Kanu-Touren, Paintball, Outdoor-Pädagogik, Olympische Spiele, .

Natürlich bekam ich von meiner Organisation auch verschiedenste Möglichkeiten durch Finnland zu reisen. Wir versuchten immer gemeinsam die Arbeit mit Freizeit und Vergnügen zu verbinden und es somit so angenehm wie möglich zu machen. Dadurch hatte ich die Möglichkeit vieles von Finnland zu entdecken, wie Lappland und viele andere einzigartige Regionen.

Während meines Aufenthaltes fühlte ich mich nie allein gelassen, da immer jemand für mich da war und ich immer Unterstützung bekam. Mir wurde zum Beispiel geholfen Freizeitaktivitäten in Nurmes zu finden und auch neue Leute kennenzulernen.

Ich bin wirklich sehr glücklich, dass ich dieses Jahr in Finnland gemacht habe und ich bin von ganzem Herzen dankbar, dass ich so viel Glück mit meiner Organisation hatte. Wir wuchsen wie eine Familie zusammen. Ich kann es mit reinem Gewissen weiterempfehlen und bin stolz darauf ein Teil von Hyvärilä geworden zu sein.
Was ich aus Finnland mitnehmen werde ist auf jeden Fall eine Menge an neuer Freundschaften, sehr viele Kenntnisse im Bereich "Arbeit mit Kindern und Jugendlichen", Sprachkenntnisse (vorallem in Englisch, jedoch auch in Finnisch) und das alles möglich ist, wenn man es nur genügend will.
Ich werde die Zeit niemals vergessen und garantiert nochmal dorthin zurückgehen - um dort zu arbeiten oder nur als "Tourist".