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Zwischenbericht Katharina

Zunächst will ich meine Aufnahmeorganisation "Association Parenthèse" in einigen Worten vorstellen. Die Einrichtung liegt in wunderschöner ländlicher Umgebung im Departement Ardèche in der Region Rhône-Alpes, umgeben von einer vielfältigen, bergigen Landschaft, die besonders für die Esskastanien bekannt ist.
Die Organisation bietet verschiedene Projekte der sozialen Wiedereingliederung für Menschen in sozialen Schwierigkeiten (z.B. Langzeitarbeitslosigkeit, Alkohol-, Drogenmissbrauch, phsychischen Problemen, Obdachlosigkeit).

Der Bereich in dem ich arbeite ist der Garten, der bis zu 8 Personen Arbeit in der biologischen Gärtnerei bietet mit einem Vertrag bis zu max. 2 Jahren. Die "Gärtner" werden darin begleitet, wieder einen Arbeitsplatz oder einen Ausbildungsplatz zu finden. Die Arbeit in der Gruppe kann den Gärtnern helfen wieder Vertrauen zu finden und in einen geregelten Tagesablauf zu kommen, und vermittelt ihnen gleichzeitig in Respekt mit der Natur zu leben.
Neben dem Garten bietet die Einrichtung etwa 8-10 Personen Platz zu betreutem Wohnen in einer Wohngemeinschaft, die ihnen einen familiären Rahmen gibt. Die Bewohner werden in ihren täglichen Aufgaben begleitet, sie kümmern sich um die Tiere, den Haushalt, die Küche etc. und einmal die Woche wird Brot in einem Holzbackofen gebacken. Die Gärtner können jedoch nicht gleichzeitig Bewohner des betreuten Wohnens sein, genauso wenig dürfen Bewohner in der Gärtnerei arbeiten.
Ausserdem gibt es einen dritten Bereich, der ähnlich wie der Garten für 8 - 10 Personen eine 9 monatige Arbeitstelle mit Begleitung zur Arbeitsuche bietet, allerdings arbeiten die Leute nicht vor Ort im Garten, sondern ausserhalb in verschiedenen Unternehmen wie zB. Krankenhäusern, Müllsammelstellen, im Grünbereich der Gemeinde...
Ein neues Projekt ist ein kleiner Garten, der 2 mal die Woche für Menschen die allein leben oder sozial ausgegrenzt sind, die Gelegenheit bietet soziale Bindungen und Gespräche zu finden. Die Leute arbeiten auf freiwilliger Basis zusammen in dem sie Gemüse pflanzen, die sie anschliessend unter sich aufteilen können.

Meine Aufgaben in der Gärtnerei sind sehr vielfältig und abwechslungsreich. Zusammen mit den Gärtnern und den zwei Betreuern arbeite ich im Garten und den drei Gewächshäusern, wo wir den Boden für die neuen Kulturen vorbereiten, die Gemüse pflanzen oder sähen, die reifen Gemüse ernten und waschen etc. Zweimal die Woche werden die Gemüsekisten für die etwa 50 Abbonenten vorbereitet. Dazu müssen die Gemüse abgewogen und in die Kisten gepackt werden. Ausserdem bereiten wir den Gemüsemarkt vor, der glücklicherweise zu meinen Aufgaben zählt. Jeden Mittwoch vormittag verkaufe ich mit einem der Gärtner unsere Gemüse und einige Produkte aus fairem Handel auf dem örtlichen Wochenmarkt. Der Markt ist einer der schönsten Aufgaben der Woche für mich, die Stimmung mit den Kunden und den anderen Marktverkäufern ist sehr angenehm und man trifft sehr viele Leute.
Im Winter war einer meiner Aufgaben jeden Montag vormittag mit den Kleinbus zu einem Grossmarkt für Biogemüse zu fahren, um unser Gemüsesortiment zu ergänzen. Ausserdem habe ich die Aufgabe Materialeinkäufe für den Garten zu besorgen und Bestellungen von Saatgut, Pflanzen usw. abzuholen.
Neben der Arbeit im Garten bauen wir mit den Gärtnern an einem Gebäude um die Büroräume und die Werkstatt zu erweitern. Es wird mit Ökologischen Materialien gebaut, die Wände bestehen aus einer Stohballenkonstruktion, darauf kommt ein Lehmputz mit Lehm den wir direkt aus der Erde vor Ort holen.

Mit meiner Arbeit, die viel an der frischen Luft und sehr abwechslungsreich ist, bin ich sehr glücklich. Neben der Gartenarbeit gibt es eben auch den sozialen Aspekt, der sehr bereichernd für mich ist. Schon nach wenigen Wochen bekam ich die alleinige Verantwortlichkeint über den Markt, eine Arbeit die mir viel Spass macht.

Mit meiner Wohnsituation bin ich ebenfalls recht zufrieden. Ich wohne alleine in einem Blockhaus auf einer Waldlichtung am Berghang. Zum Ort sind es fünf Minuten mit dem Fahrrad, zur Einrichtung eine viertel Stunde. Das Haus hat eine Wohnküche, ein Bad, ein Schlafzimmer für Gäste sowie eine Gallerie unterm Dach zum schlafen. Ich bin also sehr Autonom in meinem Häuschen, aber es gibt auch Tage in denen es etwas abgelegen und allein ist.
Mittags kann ich unter der Woche in der Einrichtung, mit den Bewohnern und den Gärtnern essen. Für morgens und abends sowie an Wochenenden bekomme ich 120 Euro Essensgeld extra von der Einrichtung, ausserdem darf ich soviel Gemüse mitnehmen wie ich essen kann.
Auch mit meiner Tutorin, die ich jederzeit besuchen und mit ihr reden kann, habe ich ein sehr gutes Verhältnis. Anfangs hatten wir ein wöchentliches Gespräch vereinbart, mittlerweile kann ich selbst entscheiden, wann ich Gesprächsbedarf habe und wann nicht. Wir sehen uns nach wie vor sehr regelmässig, fast einmal die Woche esse ich zusammen mit ihrer Familie.

Im Juni habe ich mit einigen der Betreuer und Sozialen Begleiter der Einrichtung an einem Strassen-Theater-Spektakel mitgewirkt, in dem es um die vier Elemente (Wasser, Feuer, Luft und Erde) ging. In der Einrichtung haben wir auch die Dekoration dafür aus Naturmaterialien hergestellt. Das Spektakel war eine einmalige Erfahrung, sehr bunt, lustig und hat richtig Spass gemacht. In meiner Freizeit nehme ich einmal die Woche an einer Töpferkurs teil.
Ansonsten helfe ich zusammen mit einer Gruppe von von jugendlichen Freiwilligen dem Fair-Trade Laden vor Ort (Artisan du Monde) auf Festivals und Konzerten, auf denen Bars mit Getränken und Produkten aus fairem Handel organisiert werden, dadurch lerne ich auch einige junge Leute kennen. Ansonsten gibt es einige sympatische Konzerte und Aktivitäten in der Region, und ich habe hier eine richtige Vorliebe für die Flohmärkte in der Umgebung entdeckt, auf denen man immer supernette Leute trifft und auf viele interessante und kuriose Dinge stösst.

Scheint also alles perfekt zu sein, aber meine Freunde aus Deutschland fehlen mir schon, und obwohl ich einige junge Leute kennenlerne, ist es für mich schwierig feste Freundschaften zu finden. Bisher habe ich auch noch keinen Urlaub genommen und merke deshalb dass ich etwas müde werde vom Arbeiten, aber mitte Juli werde ich zusammen mit einer Gruppe von etwa 9 Jugendlichen für zwei Wochen eine Reise nach Marokko machen, darauf freue ich mich schon sehr, und ich denke es ist sehr wichtig das ich mal Abstand finde zur Arbeit hier und wieder etwas Kraft schöpfen kann, auch wenn sie mir super gefällt.

Katharina

 

Schlussbericht Katharina

Nun ist mein Freiwilligendienst in Frankreich schon bald vorbei, und es ist gar nicht so einfach ein Resumé von diesem ereignisreichen Jahr zu schreiben und diese reichen Erfahrungen in Wörter und Sätze zu packen, die vielleicht nur annähernd das Erlebte ausdrücken können.

Zunächst möchte ich noch einmal meine Aufnahmeorganisation "Association Parenthèse" und meine Tätigkeiten im Garten kurz beschreiben. Die Organisation bietet verschiedene Projekte der sozialen Integration für Menschen in sozialen Schwierigkeiten (z.B. Langzeitarbeitslosigkeit, Alkohol-, Drogenmissbrauch, psychischen Problemen, Obdachlosigkeit).

Der Bereich in dem ich arbeitete ist der Garten, der bis zu 8 Personen Arbeit in der biologischen Gärtnerei bietet, mit einem Vertrag bis zu max. 2 Jahren. Die "Gärtner" werden darin begleitet, wieder einen Arbeitsplatz oder einen Ausbildungsplatz zu finden. Daneben werden sie auch sozial betreut. Die Arbeit in der Gruppe kann den Gärtnern helfen wieder Vertrauen zu finden und in einen geregelten Tagesablauf zu kommen, und vermittelt ihnen gleichzeitig in Respekt mit der Natur zu leben.
Neben dem Garten bietet die Einrichtung etwa 8-10 Personen Platz zu betreutem Wohnen in einer Wohngemeinschaft, die ihnen einen familiären Rahmen gibt. Die Bewohner werden in ihren täglichen Aufgaben begleitet, sie kümmern sich um die Tiere, den Haushalt, die Küche, das Holz zum heizen etc. und einmal die Woche wird Brot in einem Holzbackofen gebacken. Die Gärtner können jedoch nicht gleichzeitig Bewohner des betreuten Wohnens sein, genauso wenig dürfen Bewohner in der Gärtnerei arbeiten.

Meine Aufgaben in der Gärtnerei waren sehr vielfältig und abwechslungsreich. Zusammen mit den Gärtnern und den zwei Betreuern arbeitete ich im Garten und den drei Gewächshäusern, wo der Boden für die neuen Kulturen vorbereitet wird, die Gemüse gepflanzt oder gesät, die reifen Gemüse geerntet und gewaschen werden.
Zweimal die Woche werden die Gemüsekisten für die etwa 50 Abonnenten vorbereitet. Dazu müssen die Gemüse abgewogen und in die Kisten gepackt werden. Außerdem wird der Gemüsemarkt vorbereitet, der glücklicherweise zu meinen Aufgaben zählte. Jeden Mittwochvormittag verkaufte ich mit einem der Gärtner unsere Gemüse und einige Produkte aus fairem Handel auf dem örtlichen Wochenmarkt. Der Markt war einer der schönsten Aufgaben der Woche für mich, man trifft auf sehr viele Leute, nach und nach lernt man die Gewohnheiten seiner Kunden kennen, redet mit den anderen Marktverkäufern usw.
Im Winter war einer meiner Aufgaben jeden Montagvormittag mit den Kleinbus zu einem Großmarkt für Biogemüse zu fahren, um unser Gemüsesortiment zu ergänzen. Außerdem hatte ich die Aufgabe Materialeinkäufe für den Garten zu besorgen und Bestellungen von Saatgut, Pflanzen usw. abzuholen.
Neben der Arbeit im Garten haben wir mit den Gärtnern an einem Gebäude aus Strohballen gebaut, um die Büroräume und die Werkstatt zu erweitern. Es wurde mit Ökologischen Materialien gebaut, die Wände bestehen aus einer Stohballenkonstruktion, darauf kam ein Lehmputz mit Lehm den wir direkt aus der Erde vor Ort holten und ein Kalkanstrich.

Ich hatte vor allem die Verantwortlichkeit über die Vorbereitung und den Verkauf auf dem Markt. Eigentlich wollte ich ein persönliches Projekt entwickeln worüber ich mir Gedanken und Notizen machte. Ich habe mit dem Gartenbetreuer gesprochen und habe dann nicht genug Zeit dafür investiert und mich zu wenig engagiert es auszuführen, was mich etwas unzufrieden macht.

Die Arbeit im Garten hat mir sehr gut gefallen, zunächst weil ich gerne an der frischen Luft und in der Natur arbeite, und weil es nie Eintönig, sondern immer sehr Abwechslungsreich war. Es gab aber auch entmutigende Momente, bei denen ich einfach müde von der Arbeit war, einfach mal raus musste um was anderes zu sehen. Danach hatte ich neuen Schwung. Neben der Gartenarbeit gibt es eben auch den sozialen Aspekt, der sehr bereichernd für mich war. Und die Arbeit in der Natur hat mein Bewusstsein und mein Interesse für die Umwelt vertieft. Mit den Betreuern und den Gärtnern gab es immer viel zu lachen und mit allen Betreuern der Einrichtung verstand ich mich sehr gut und fühlte mich von der Einrichtung gut aufgenommen. Ich hatte immer das Vertrauen der Betreuer, bei denen ich jederzeit um Rat fragen konnte. Einmal die Woche war auch Besprechung unter den Betreuern, es wurde gemeinsam über Dinge entschieden und gesprochen.

Der Austausch mit Natalia, einer ehemaligen Freiwilligen der Einrichtung, die anschließend in Frankreich blieb und mir eine gute Freundin geworden ist, war mir sehr wichtig. Genauso wie die Gespräche mit anderen Leuten die nicht direkt in der Einrichtung sind, diese aber gut kennen und einen "Blick von Außerhalb" haben.

Mit meiner Wohnsituation war ich ebenfalls sehr zufrieden. Ich habe alleine in einem Blockhaus auf einer Waldlichtung am Berghang, eine viertel Stunde mit dem Auto von der Einrichtung entfernt, gewohnt. Das Haus hat eine Wohnküche, ein Bad, ein Schlafzimmer für Gäste sowie eine Gallerie unterm Dach zum schlafen. Ich war also sehr autonom in meinem Häuschen, aber es gab auch Tage in denen es etwas abgelegen und allein war. Anfangs hatte ich ein kleines klapperiges Auto was die Einrichtung für die Freiwilligen zur Verfügung stellte. Allerdings hatte ich später oft eine Panne und habe schließlich die Kleinbusse der Einrichtung genutzt. Neben der täglichen Fahrt zur Einrichtung konnte ich die Fahrzeuge abends und am Wochenende auch für persönliche Ausflüge nutzen. Mittags habe ich unter der Woche in der Einrichtung, mit den Bewohnern und einmal die Woche mit den Gärtnern gegessen. Für morgens und abends sowie an Wochenenden bekam ich 120 Euro Essensgeld extra von der Einrichtung, außerdem konnte ich jederzeit Gemüse mitnehmen. Mit meiner Tutorin, Christine, hatte ich sofort ein sehr gutes Verhältnis und sie ist mir eine gute Freundin geworden. Sie war als Präsidentin und im Vorstand der Einrichtung tätig und kennt diese sehr gut. Anfangs hatten wir ein wöchentliches Gespräch vereinbart und einmal die Woche hat sie mich zum Essen zusammen mit ihrer Familie eingeladen, wo es immer Zeit zum Austausch gab.

Im Juni habe ich mit einigen der Betreuer und Sozialen Begleiter der Einrichtung an einem Straßen-Theater-Spektakel mitgewirkt, in dem es um die vier Elemente (Wasser, Feuer, Luft und Erde) ging. In der Einrichtung haben wir auch die Dekoration dafür aus Naturmaterialien hergestellt. Das Spektakel war eine einmalige Erfahrung, sehr bunt, lustig und hat riesen Spaß gemacht.
In meiner Freizeit nahm ich im ersten halben Jahr einmal die Woche an einem Töpferkurs teil und half zusammen mit einer Gruppe von von jugendlichen Freiwilligen dem Fair-Trade Laden vor Ort (Artisan du Monde) auf Festivals und Konzerten, auf denen Bars mit Getränken und Produkten aus fairem Handel organisiert wurden, dadurch lernte ich auch einige junge Leute kennen. Ansonsten gibt es viele sympathische Konzerte, Festivals und Aktivitäten in der Region. Und ich habe hier eine richtige Vorliebe für die Flohmärkte in der Umgebung entdeckt, auf denen man immer super nette Leute trifft und auf viele interessante und kuriose Dinge stößt.

Meine Freunde und Familie in Deutschland haben mir schon gefehlt, besonders am Anfang, wo alles neu ist, die Umgebung, die Leute usw. Es hat etwas gedauert bis ich mich in der Einrichtung zurecht fand und mich ans "Alleinleben" gewöhnt hatte. Im Laufe der ersten zwei Monate hatte ich mich aber gut eingelebt und fühlte mich sehr in die Einrichtung eingegliedert. Nach und nach lernte ich auch die Region und die Leute besser kennen. Dabei waren für mich die Einrichtung und die Menschen die ich dadurch kennen lernte eine "Quelle" von unzähligen Kontakten und Ideen. Vor allem Natalia, die ehemalige Freiwillige, und drei Familien mit denen ich viel Kontakt hatte haben mir vor allem Anfang geholfen Kontakte zu finden und Leute kennen zu lernen.

Ein sehr schönes Ereignis war mein Geburtstag. Abends war ich wie jede Woche bei Christine, meiner Tutorin zum Essen eingeladen. Ich dachte dass sie nicht von meinem Geburtstag wusste, aber sie hatte ein Überraschungs-Geburtstags-Essen vorbereitet und Freunde eingeladen, was mich sehr gefreut hat. Abends als ich heimfuhr gab es die 2. Überraschung. Zwei Freundinnen haben mich vor dem Haus in Liegestühlen erwartet, ein Geburtstagslied singend und mit einem großen Paket, mitten in der Nacht, was für eine Überraschung. Ein wundervolles Erlebnis war im Juli mein Aufenthalt in der Stadt Taroudannt im Süden Marokkos, nicht weit vom Atlasgebirge entfernt. Mit einer Gruppe von 8 jungen Leuten habe ich dort eine Projektreise zum kulturellen Austausch nach Marokko gemacht. Dort haben wir zwei Wochen mit einer Gruppe von jungen Marokkanern an einem gemeinsamen Fotoprojekt gearbeitet. Wir wurden während der Zeit von Gastfamilien aufgenommen, was eine einmalige Erfahrunge war. Ganz anders als ein Tourist kamen wir direkt in Kontakt mit den Menschen, den Lebens- und Essgewohnheiten und der Kultur dort. Zusammen mit einem anderen Mädchen war ich in einer sehr einfachen Familie untergebracht. Ich war besonders beeindruckt von der enormen Gastfreundlichkeit der Menschen dort, die trotz weniger Mittel enorm Gastfreundlich und großzügig sind. Während einem Wochenende haben wir einen Ausflug in das Atlasgebirge gemacht. Wir haben dort einen halben Tag in einem kleinen Dorf verbracht und waren dann auf einer Berber-Hochzeit eingeladen, welch ein unvergessliches Erlebnis. Die Berber sind verschiedene Volksstämme im Norden Afrikas, die sich in ihrer Kultur, Sprache und Schrift von den Arabern unterscheiden.

Ein anderes tolles Erlebnis war eine Reise mit zwei Freundinnen nach Spanien. Und Weinachten in der Einrichtung, das erste mal dass ich Weinachten nicht mit der Familie gefeiert habe... und noch viele weitere magische, berührende Momente die mir dieses Jahr zu einer unvergesslichen, wertvollen und bereichernden Erfahrung machen in dem ich so viel entdecken und erleben durfte.

Obwohl ich einige junge Leute kennen lernte und Freunde fand war es für mich schwierig enge Freundschaften zu knüpfen. Zu den Freiwilligen die ich auf den Seminaren kennen lernte hatte ich dann keinen Kontakt mehr was etwas schade ist. Deren Projekte waren weiter entfernt von meiner Region und ich hatte nach meiner Reise nach Marokko und Spanien nicht mehr die Gelegenheit in Frankreich etwas weiter zu reisen. Jedoch lernte ich Menschen kennen die mir sehr ans Herz gewachsen sind und die ich nie verlieren möchte.

Dieses Jahr in Frankreich war für mich so aufregend, fordernd, bereichernd und ich habe mich denke ich ein großes Stück weiterentwickelt. Die französische Lebensweise und die offene, spontane und oft kreative Art der Franzosen vermisse ich schon. Zurück in Deutschland stelle ich fest dass es schwierig ist das Erlebte mit den Freunden und der Familie zu teilen. Meine Fotos und Berichte können nur einen unzureichenden, blassen Eindruck meiner Erlebnisse vermitteln, die mir so viel bedeuten und mich auch verändert haben.
Andererseits freue ich mich nach so langer Zeit des Wiedersehens mit der Familie und den Freunden. Und mein Abschied aus Frankreich war kein definitiver Abschied, was es mir etwas erleichter hat. Ich bleibe über Weinachten in Deutschland und fahre dann nochmal für einige Zeit zurück nach Frankreich da ich vor dem Studienbeginn noch Zeit habe. Ich werde ein paar Tage ehrenamtlich in der Einrichtung helfen und anschließend für einige Wochen WWOOFing auf verschiedenen Höfen in derselben Region machen. WWOOF, das ist eine Organisation die biologische Höfe vereint, die freiwilligen Helfern anbieten einige Tage oder Wochen gegen freie Kost und Logis auf dem Hof zu helfen.
Die Erfahrung für längere Zeit im Ausland zu leben, neue Sitten und Gewohnheiten kennen zu lernen, hat denke ich meinen Horizont ein gutes Stück erweitert. Und es treibt mich schon wieder aufzubrechen und in andere Länder zu reisen, mehr kennen zu lernen und zu entdecken...

Katharina