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Zwischenbericht Alexandra

Mein Projekt, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, im kleinen Väike-Maarja habe ich im September ohne jede konkrete Erwartung angetreten. Zumindest ohne jede konkrete Erwartung was die Arbeit betraf.

Als ich in Väike-Maarja ankam, war ich zunächst auch angenehm überrascht, denn meine Wohnverhältnisse hier sind wirklich gut! Ich wohne im Wohnheim einer Rettungsschule, das frisch renoviert ist und Internetzugang in jedem Zimmer hat. Bis auf die Tatsache, dass ich es sehr ungewohnt finde Putzfrauen zu haben, gefällt es mir dort sehr gut und das war in den letzten fünf Monaten auch noch nie anders. Väike-Maarja an sich ist zwar nicht der schönste Platz, den ich bis jetzt in Estland gesehen habe, hat aber sehr interessante Traditionen und Feierlichkeiten, die über das ganze Jahr verteilt sind. So habe ich schon diverse estnische Feiertage erleben dürfen aber auch spezielle Väike-Maarja-Feste, wie ein Weihnachtsball des Gymnasiums, den 15. Geburtstag von Väike-Maarja oder auch die Aktion ?Schneestadt?, ein Wettbewerb, bei dem verschiedene Klassen und Schulen Schneeskulpturen bauen auf denen später die Kinder spielen können. Besonders freue ich mich schon aufs ?Frauentragen?, ein Wettbewerb im Sommer, bei dem Männer ihre Frauen durch einen Hindernisparcour tragen müssen-diese Sportart ist tatsächlich international und wird hier im kleinen Väike-Maarja ausgetragen. Leider kann ich meine Sportart (Handball) nicht austragen, denn das gibt es hier kaum.

Die Enttäuschung am Anfang, denn natürlich war da was, bezog sich eher darauf, dass es keinen Wochenplan für mich gab, bzw. gar keine Planung, was ich machen sollte (obwohl ich schon die dritte Freiwillige bin) und meine Tutorin offensichtlich weniger über meine Einsatzorte wusste wie ich und zudem noch kaum Englisch sprach. Diese Umstände führten zu einem Kommunikationsproblem, dass sich die ersten fünf Monate hinzog und erst vor kurzem in einem Gespräch gelöst wurde, indem wir ein wöchentliches Treffen vereinbarten; Ich blicke also positiv in die Zukunft.
Meine Mentorin und auch meine Sprachlehrerin haben mir hingegen schon recht oft geholfen und sind mir durch Ratschläge stets beiseite gestanden, so gut sie konnten.
Nachdem ich nach zwei Wochen also einen Plan hatte, wo ich hingehen kann und die Stellen zu denen ich ging auch endlich verstanden hatten, dass ich da bin, begann meine Arbeit. Da ich an sechs verschiedenen Stellen arbeite (Kindergarten, Grundschule, Schülerheim, Gymnasium, Jugendzentrum und Bibliothek), ist es manchmal etwas schwierig den Überblick und vor allem die Motivation zu halten. Es ist nämlich recht schwierig sich auf etwas bestimmtes, zum Beispiel eine Idee, zu konzentrieren, wenn einem immer neue Eindrücke zufliegen. Meine Arbeit besteht zum Großteil daraus mit Kindern zu spielen, auf Kinder aufzupassen und handwerkliche Arbeiten zu machen. Das trifft jetzt natürlich nicht auf die Bibliothek (Bücher und Zeitungen sortieren) und das Gymnasium (beim Deutschunterricht helfen) zu. Meine Arbeit ist sehr abwechslungsreich, im Sinne von anderen Gesichtern und etwas anderer Arbeit, aber trotzdem sehe ich die Entwicklung sehr ähnlich wie bei anderen Projekten.
Durch die Arbeit mit Kindern ist es sehr wichtig die Sprache zu lernen, denn sonst fehlt ein sehr wichtiges Kommunikationsmittel. Da die Arbeit so von Sprache abhängt, benötigt man eine entsprechend lange, ich nenne das jetzt mal, Einarbeitungszeit, die bei mir mit Sicherheit noch länger dauerte, als bei anderen, da ich eben an sechs Stellen tätig bin. Für mich ist gefühlsmäßig diese Einarbeitungszeit erst jetzt zu Ende. Ich fühle, dass sich die Sprache langsam etwas gesetzt hat (Natürlich spreche ich nicht einmal halb so viel, wie ich mir wünschen würde), das hilft mir Problemen besser zu begegnen und Dinge klarer zu sehen. Nach zwei Monaten verstand ich schon Brocken, aber nie genug um sich ein richtiges Bild zu machen. Das macht einen manchmal schon verrückt. Trotzdem hat es mit Händen und Füßen gereicht um kleinere Projekte durchzuziehen. Zum Beispiel St. Martin Laternen basteln im Kindergarten.

Danach kam eine Berg- und Talfahrt, die weniger mit dem Projekt, als mit persönlichen Problemen und auch mit der Dunkelheit zu tun hatte. Das Projekttief gab es um den Jahreswechsel, als ich wegen Schulferien praktisch nichts zu tun hatte, kaum Estnisch sprach und wirklich etwas befürchtete wieder fast von vorne anfangen zu müssen. Doch überraschenderweise hatte sich mein Estnisch gesetzt und es fiel mir einfacher. Danach ging es mit dem Projekt eigentlich stetig bergauf aber trotzdem hatte ich mein größtes Tief wohl Ende Januar als ich das Gefühl hatte, dass das Projekt zwar einigermaßen läuft aber ich irgendwie nicht mit Herz bei der Sache bin.

Zum Glück sind Krisen dazu da gemeistert zu werden und so hat diese Krise mir eher zu mehr Motivation geholfen. Ich habe in diesem Projekt lange keinen Sinn gesehen, da ich oft den Eindruck hatte, dass nicht mal die Leute, die es leiten wissen, warum überhaupt Freiwillige nach Väike-Maarja geholt wurden. Jetzt sehe ich den Sinn darin die Kinder glücklich zu sehen und dafür zu sorgen, dass der nächste Freiwillige, oder wie ich hoffe die Freiwilligen, denn es wäre wirklich besser diese sechs Plätze zu verteilen und Prioritäten zu setzten, mit mehr Vorüberlegungen hier eingesetzt werden und zumindest am Beginn etwas angeleitet werden.

Außerdem habe ich mir etwas ins Gedächtnis gerufen, dass mir und vielen anderen Freiwilligen hier eigentlich schon am Anfang aufgefallen ist: Estland ist ein sehr schönes Land, wunderbare Natur (vor allem die Sonnenuntergänge), ländlich, mit tollen Traditionen und toller Musik, die Esten sind auch ein sehr offenes Volk aber du musst immer den ersten Schritt tun! Eine Parole, die ich schon viel früher anwenden hätte sollen, das klappt nämlich ausgesprochen gut!
So habe ich in den nächsten Wochen und Monaten schon drei oder vier etwas größere Projekte in Planung und hoffe, dass ich diese durchziehen werde und sich meine Motivation hält. Ich hoffe der Text hat einen guten Überblick über meine bisherige Zeit gegeben. Sie war, vor allem in letzter Zeit keinesfalls problemlos (wäre ja auch schrecklich) aber ich hoffe das mein Motivationsschub, der vor allem von Gesprächen mit anderen Freiwilligen herrührt, mich bis zum Ende meines Projekts tragen wird.

Alexandra

 

Schlussbericht Alexandra

Als ich nach Estland und Väike-Maarja kam, hatte ich praktisch keine Erwartungen an meine Projektaufgaben. Ich habe auch schon vorher mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet, allerdings mit einem wirklich gut eingespieltem Team. Da ich mir schon vorher über diese Tatsache bewusst war, habe ich mir keine Illusionen darüber gemacht, dass meine Arbeit dort in keinster Weise mit meiner Arbeit hier vergleichbar sein würde.

In meinem Mid-Term-Bericht hatte ich bereits darauf angespielt, dass ich zu Beginn von der Organisation der Abläufe enttäuscht war. Das verhält sich auch immer noch so, nur sehe ich nun mehr Zusammenhänge. Ich war im zweiten Teil meines Projekts wesentlich aktiver und habe durch weniger Probleme mit der Sprachbarriere mehr Dinge diskutieren können. So sehe ich heute, dass die meisten meiner Kollegen, inklusive meiner Verantwortlichen vor Ort, nicht wussten wie man mit einem Freiwilligen umgeht oder was man von ihm erwarten soll. Selbst am Ende hatten es einige immer noch nicht verstanden. Mir wurden zu Beginn 6 Stellen gegeben an denen ich helfen konnte, mit dem Hintergedanken, dass ich dann mehr Auswahl hätte. Das war ein sehr gutgemeinter Gedanke. Leider wurde dieser nicht an mich herangetragen. Vorige Freiwillige dieses Projekts und auch ich haben erfahren, dass dies kein guter Start ist. Man muss mit einer Fülle neuer Menschen zurecht kommen, man braucht unheimliche lange um allein die normalen Tagesabläufe der verschiedenen Stellen zu verstehen, was durch den Dreh- und Angelpunkt Sprache natürlich noch erschwert wird. Dazu kommt noch, dass man es nie schafft 100% für eine Stelle zu geben und sich deswegen ständig so fühlt, als hätte man nicht so viel gegeben, wie man eigentlich geben wollte.

Trotzdem habe ich mich nie entschieden eine Stelle ganz zu verlassen, da die Kinder meistens Spaß an mir hatten und sich gefreut haben wenn ich komme. Ich habe nur meinen Wochenplan ab und zu umstrukturiert, was dank meines großen Einflusses auf das Projekt ohne Probleme möglich war. Zu Ende habe ich sogar noch zusätzlich einmal eine Deutsch-AG in den Mittagsstunden der Grundschule gegeben. Hauptsächlich habe ich in Kindergarten, Schülerheim und Jugendzentrum gearbeitet, hinzu kamen noch ein wenig Hilfe beim Deutschunterricht am Gymnasium und einige Bastel-und Zeichenstunden an der Grundschule und als kleine Hilfe in der örtlichen Bibliothek beim Bücher und Zeitungen sortieren. Im Kindergarten half ich dreimal wöchentlich bei der täglichen Arbeit der Erzieherinnen. Besonders gut habe ich mich mit einem Mädchen namens Marin verstanden, das trotz Trisonomie 21 an allen Geschehnissen des Kinderalltags teilnahm. Sie hat mir sehr geholfen. Durch die Arbeit mit ihr konnte ich auch schneller Estnisch lernen, da sie selbst Wörter lernen musste. Manchmal machte ich auch selbst kleine Bastelprojekte mit den Kindern, wie Martinslaternen oder Jonglierbälle. Auch häufig war ich im Schülerheim anzutreffen. Dort leben Kinder unter der Woche, deren Eltern nicht mit der Erziehung zurecht kommen oder schlicht zu weit weg von der Schule leben. Ich betreute vornehmlich Grundschüler und fand es erschreckend, mit welcher Selbstverständlichkeit zum Beispiel Schlagen als Mittel zum Lernen der Kinder untereinander akzeptiert wurde. Bei einer Betreuerin auf fast 20 Kinder, erzogen sich die Kinder dort nämlich praktisch selbst und ich tat mein Bestes Werte zu vermitteln und auch mit handwerklichen Arbeiten abzulenken. Nicht selten musste ich dabei auch mal härtere Töne anschlagen. Zu einer Regelmäßigkeit wurden die gemeinsamen Projekte mit dem Jugendzentrum, ein weiterer Arbeitsplatz, in dem meine Mentorin als Jugendarbeiterin tätig war. Wir gingen zusammen zur Feuerwehrschule, wo ich wohnte und machten kleine Quizrunden, mindestens zwei Kinder aus dem Schülerheim wollen jetzt Feuerwehrmann werden. Die Grundschule gab mir vor allem Einblick in das alltägliche Leben und soziale Verhalten meiner Schülerheimkinder, ich half bei Zeichen- und Bastelstunden und mit der zweiten Klasse gründete ich sogar zusammen mit der Lehrerin, die gute Deutschkenntnisse besaß, eine Malfreundschaft mit einer der Gruppenstunden meiner deutschen Jugendgemeinschaft. Ich befürchte aber, dass diese aufgrund mangelndem Interesse der deutschen Kinder nicht mehr lange bestehen wird. Auch die Deutsch-AG die ich am Ende anbot fand einigermaßen Gehör und so brachte ich etwa 8-12 Schülern einmal in der Woche mehr spielerisch, meistens mit Liedern, die deutsche Sprache etwas näher, auch wenn die Vokabellernbegeisterung natürlich nicht allzu groß war. Im Gymnasium half ich beim Deutschunterricht. Anfangs zweimal, später nur noch einmal in der Woche. In der Bibliothek hatte ich eher Stillarbeit, allerdings halfen mir die Bibliothekarinnen auch oft mich auf kleinere Reisen vorzubereiten oder luden mich zum Kaffee ein. Im Jugendzentrum versuchte ich zweimal in der Woche meine Mentorin etwas zu entlasten. Richtig engen Kontakt zu Jugendlichen fand ich jedoch nie, da diese erstaunlich verschlossen blieben. In Väike-Maarja gab es für Jugendliche abends nur sehr wenige Anlaufstellen, das Jugendzentrum, das teilweise sogar von Kindergartenkindern besucht wurde, schließt um acht Uhr abends. Die meisten ?kritischen? Jugendlichen verbrachten ihre Abende mit Rauchen und Trinken und die, die sehr engagiert waren, hatten wegen ihrer Engagements keinen Platz für das Jugendzentrum. Hauptattraktion im Jugendzentrum waren, Fernseh, Billiardtisch und Computer. Mein größtes Projekt war ein Konzert, bzw. Teatherstück dass ich selbst gestaltete und zusammen mit 16 anderen Freiwilligen, die in mein kleines Dörfchen einfielen aufführte. Ich schrieb den Text, suchte zusammen mit jemand anderem die Musik aus und organisierte. Das Konzert war kostenlos und der Spendenerlös half dem Jugendzentrum bei der Renovierung eines Raumes, bei der ich kurz bevor ich ging noch mitanpackte. Ich konnte im Jugendzentrum, zwar wenig aktiv werden, habe aber umso mehr Diskussionen geführt.

Nach etwa vier Monaten, konnte ich mich, dank meiner grandiosen und sehr liebenswürdigen Sprachlehrerin Ene auf Estnisch so weit verständigen auch Sachen anzusprechen. So hatte ich beispielsweise die ersten fünf Monate kaum Kontakt zu meiner Tutorin, die für Kultur- und Jugendangelegenheiten in Väike-Maarja zuständig war. Ich war enttäuscht, weil ich mich wenn ich sie traf oft nicht ernst genommen fühlte, und auch kein wirkliches Interesse an meiner Arbeit entdecken konnte. Meine Mentorin Meeli und ich versuchten ein wöchentliches Treffen zu arrangieren, in dem Probleme besprochen werden konnten oder Ideen entstehen konnten. Leider fiel dieses Treffen mehr als einmal aus, auch oft ohne, dass ich davon wusste und stand häufig vor verschlossen Türen. Hinzu kam auch, dass Olga (Tutorin) sich nie wirklich traute mit mir auf Englisch oder Deutsch zu sprechen. Manchmal war sie enthusiastisch, was mit Aussprüchen endete ich solle mir doch bis morgen als Hausaufgabe überlegen, wie man die Jugendlichen vom Alkohol und Randalieren fernhalten könne. Davon war ich wenig begeistert. Erst in einem klärenden Gespräch einen Monat bevor ich ging konnte ich viele Missverständnisse aus dem Weg räumen, die hauptsächlich dadurch entstanden, dass es wohl viele Leute gab die Ideen mit mir hatten und sich auch Gedanken machten, sich leider darüber nur untereinander und nicht mit mir austauschten.
Ich war mit Meeli weitaus aktiver. Mit ihr besuchte ich auch eine traditionelle estnische Tanzgruppe die mir wirklich sehr viel Spaß bereitete, denn in Estland ist so etwas auch für Jugendliche ganz normal und es macht auch wirklich Spaß. Die meisten Kontakte sind mir allerdings doch aus der Feuerwehrschule geblieben, in der ich gewohnt habe. Ich hatte wirklich tolle Wohnverhältnisse! Internet im Zimmer, ein Bad mit Fußbodenheizung, ich hatte eigentlich fast bessere Wohnverhältnisse als in Deutschland! Auch wenn die Nachbarn relativ häufig wechselten, sind mir doch einige Freundschaften erhalten geblieben.

Mit meiner Entsendeorganisation, hatte ich keine Probleme, wenn ich Fragen hatte, wurden diese sehr schnell beantwortet.

Mit meiner Tutorin in Tallinn gab es wenig Probleme, vor allem nicht in Geldangelegenheiten oder Angeboten, wenn auch einige Unstimmigkeiten, besonders zur Halbzeit, die für mich aus mehreren Gründen Tiefpunkt war. Zum einen weil es tiefer Winter war und Dunkelheit und Vitaminmangel mir etwas zu schaffen machten, zweitens, wegen der Unstimmigkeiten und drittens weil eine sehr liebgewonne Freundin, (deutsche Austauschschülerin, die ebenfalls in Väike-Maarja weilte) kurzfristig ihre Gastfamilie wechseln musste und ich deshalb ein ganzes Stück einsamer wurde. Etwas kritisieren muss ich im Nachhinein die Kommunikation zwischen meiner Aufnahmeorganisation und meinen Verantwortlichen vor Ort, denn wie sich herausstellte sollte mein Projekt schon zweimal geschlossen werden und trotzdem wurde nichts geändert und es gab im Vorfeld, wie auch während des Projekts wenig Tuchfühlung. Gut fand ich hingegen, dass die Tutorin der Aufnahmeorganisation Ave Bremse, zu meinem Konzert kam und danach mit Meeli, Olga und mir in einem Gespräch versuchte Dinge zu klären und besser zu gestalten. Sie ließ mir sehr viel Einfluss und ich habe meine Vorschläge an sie herangetragen, bisher allerdings noch keine Antwort erhalten. Besonders habe ich vorgeschlagen, aufgrund vieler Gespräche, die ich mit anderen Freiwilligen geführt habe, keinen Freiwilligen alleine dort einzusetzen, denn die meisten Ideen kamen mir oft im Gespräch mit anderen Freiwilligen, und die meisten Probleme ließen sich am Besten mit Leuten lösen, die die Situation nachvollziehen können. Überhaupt traf ich in Väike-Maarja leider auf kaum einen Jugendlichen, der nachvollziehen konnte warum man einen Freiwilligendienst macht. In Estland kannte ich nur vier andere Freiwillige, die auch alleine in kleinen Orten waren, von denen ein Projekt geschlossen wurde, einer sein Projekt abbrach, einer der ganz nah an Tallinn lag, und eine, die sehr ähnliche Probleme hatte wie ich. Ich verschließe meine Augen also nicht vor Problemen, die ich hatte, aber ich bereue dennoch keinen einzigen Tag.

Ich habe viel gegeben, dass ist das was ich wollte, ich habe viele neue, tolle Leute kennen gelernt, die Freiwilligengemeinschaft, war gigantisch und ich habe ein wunderschönes Land, voll von Gegensätzen, Schönheiten, Traditionen und auch Konflikten lieben gelernt. Estland ist ein Land des High Tech, mit Internet für Jedermann und doch ein Land der Ruhe und der Natur. Esten scheinen verschlossen und sind doch warmherzig und offen sobald man auf sie zugeht. Estland gab mir die Möglichkeit auch viele andere Länder zu besuchen. Auch wegen der Konflikte im April in Tallinn, zwischen Russigstämmigen und Esten habe ich vieles besser vestanden. Ich habe in Estland unwahrscheinlich viel gelernt, und damit ist das eingetroffen, was ich mir erhofft hatte. Ich bin froh, dass ich diesen Schritt getan habe!

Das Zurückkommen, war zwar schwer, aber da ich mir schon zuvor viele Gedanken gemacht hatte, traf mich der Kulturschock nicht überraschend. Schwer war es Leuten klar zu machen, dass man sich nur halb freut wieder hier zu sein, ohne sie zu verletzen. Schwer war auch keine Gesprächspartner zu haben, mit denen man sich austauschen kann, denn Estland ist hier zu Lande doch eher unbekannt. Und doch glaub ich es schon fast überwunden zu haben- den Kulturschock natürlich. Estland selbst, wird mir, denen die mich ertragen wollen und auch den neugeknüpften Freundschaften hoffentlich noch lange in Erinnerung bleiben.

Alexandra