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Erfahrungsbericht Lena

Mein sechs Monate dauernder Freiwilligendienst ist jetzt vorbei und so schreibe ich jetzt meinen Endbericht, damit ihr auch einen umfassenden Eindruck von meiner Zeit in Spanien bekommt.

Mein "Semenario de Evaluación Intermedio", also das Mittelseminar, fand im November in einem tollen Tagungshaus in einem Dorf in der Nähe von Málaga (Andalusien) statt. Von Montag bis Freitag verbrachte ich eine schöne Zeit mit den anderen Freiwilligen aus ganz Europa, was sehr spannend und interessant war. Das Programm war relativ gut und die Zeit der Gruppenarbeit und der Freizeit recht ausgewogen.. Das anschließende Wochenende habe ich mit meiner schwedischen Freundin Helena in Málaga verbacht, dann haben wir noch eine Freundin von mir in dem Protzort Marbella besucht. Naja, Geschmacksache...

Die Zeit bis zum Advent, der hier nur in den Kirchen, nicht aber in den Familien gefeiert wird, verging dann recht schnell. Während der Adventszeit fehlten mir das deutsche Weihnachtsflair und meine Familie schon, aber ich wurde recht viel von Freunden eingeladen und außerdem kam am 18. Dezember mein Freund Marc in Spanien an, um die Weihnachtszeit mit mir zu verbringen. Über die Weihnachtsferien waren wir zu viert mit einem Leihwagen unterwegs in Andalusien und haben unter anderem tolle Städte wie Sevilla, Cordoba und Gibraltar gesehen. Es war ein ziemliches Abenteuer, doch zum Glück haben wir uns an die spanische Fahrweise gewöhnen können und so blieb das Auto heil und wir mussten auch nicht unter einer Brücke schlafen. Eine tolle Zeit.

An dieser Stelle ein Kommentar zum spanischen Winter: vertut euch da nicht - es ist auch hier im Süden zwischenzeitlich sehr kalt , trotz der Sonne. Auch ich habe es vorher nicht glauben wollen, denn die Temperaturen liegen immer über denen in Deutschland, aber da die Wohnungen unbeheizt und schlecht isoliert sind, ist es drinnen oft kälter als draußen und dann wird es auch bei nur "8 C" ziemlich kühl. Wir Deutschen sind schon ziemlich "Heizungsverwöhnt". Also- auch warme Sachen einpacken.
Die spanische Weihnacht habe ich als bunter und lauter also in Deutschland empfunden, aber auch hier ist diese Zeit gefüllt mit viel Essen und Feiern. Abers, aber trotzdem schön.

Meine Arbeit ist eigentlich bis zum Ende immer besser und interessanter geworden, weil ich mich in meine Aufgabe eingefunden habe und eigenständig gestalten kann. Die Kinder kannten mich inzwischen gut und ich sie auch und jetzt kann ich mich auch aus sprachlicher Sicht gut durchsetzen und so kam in meinen Gruppen wirklich etwas rum.

Der Uni-Sprachkurs ging Ende Januar zuende und wir haben einen Endtest geschrieben, außerdem gab es auch eine mündliche Prüfung. Ich muss allerdings zugeben, kaum dafür gelernt zu haben, weil ich meine letzen Wochen lieber mit den netten Menschen, die ich hier kennengelernt habe, als mit doofer Grammatik verbrachte.

Über einige Aktionen meines Tutors habe ich mich am Ende noch einmal geärgert, es ging dabei um unwahrheitsgemäße Endbewertungen und ein paar finanzielle Sachen. Ich habe mich jetzt in einem Brief an die Deutsche Nationalagentur gewand und hoffe, dass dann noch nachträglich einige Schritte unternommen werden, damit das nicht mit zukünftigen Freiwilligen passiert.

Zu meinen sozialen Kontakten kann ich nur sagen, dass es mir damit sehr, sehr gut ging. So langsam hat sich ein richtiges Netz von Freunden und Bekannten entwickelt und es machte einfach Spaß, meine Zeit mit ihnen zu verbringen. Also - zwei erhobene Daumen für diesen Teil und vor allem für die Gastfreundlichkeit der Spanier.

Ich hoffe, dass Ihr Euch schon sehr auf Spanien freut. Vor Euch liegt eine tolle und sehr spannende Zeit. Geht auf die Leute zu und nutzt die Zeit, denn es geht so schnell vorbei. Viel Spaß!

Lena