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Endbericht Stefanie

Als ich mein Abitur in der Fachrichtung Sozialwesen abgeschlossen hatte, bewarb ich mich für mehrere Studienplätze und den EFD. Als ich dann die Zusage für das Auslandspraktikum bekam, habe ich mich riesig gefreut. Ich war sehr gespannt über die neuen Aufgaben, die mich erwarteten, die neuen Leute, die ich kennen lernen würde und über die vielen neuen Dinge, die ich lernen sollte. So begann ich im September 2003 meinen Europäischen Freiwilligen Dienst im Institut Hartheim in Oberösterreich.

Das Institut ist eine Einrichtung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Hier gibt es 32 Wohngruppen, mit 8 bis 12 Bewohnern, alle unterschiedlichen Alters und verschiedener Behinderung und fünf bis sieben Betreuer.

Als ich im Institut ankam, war ich erstaunt, wie riesengroß alles war. Die erste Woche arbeitete ich im Kindergarten und Hort. Dort betreute ich sowohl die Kinder, die schon morgens in der Einrichtung waren, als auch die Schüler, die nach dem Unterricht von der Schule abgeholt wurden. Auch wenn mir diese Beschäftigung viel Spaß gemacht hat, freute ich mich trotzdem auf die Arbeit in der Wohngruppe. An meinem ersten Arbeitstag wurde ich gleich sehr freundlich begrüßt, mir wurde die Bewohnergemeinschaft gezeigt und der Ablauf genau erklärt. Mit der Zeit gewöhnte ich mich immer mehr an den Tagesablauf der Wohngruppe, was mir aber auch keinerlei Probleme verschaffte. Auch die Mitarbeiter in der Gruppe waren sehr nett, dadurch hat mir die Arbeit noch mehr Spaß gemacht. Es gab selten mal Probleme und wenn es mal welche gab, dann wurden diese gemeinsam schnell und einfach gelöst. In der Gruppe gab es selten Hektik oder Stress und die Arbeit war dadurch noch schöner und hat auch mehr Spaß gemacht. Ich half den Bewohnern beim An- und Ausziehen, bei der täglichen Hygiene und gestaltete mit ihnen die Freizeit, in dem ich spazieren ging, etwas malte oder andere kreative Dinge herstellte.

Wir Volontäre hatten alle Freiheiten, die es nur gibt. Einige konnten ihren Dienstplan selber schreiben und wenn man mal etwas unternehmen wollte, war es kaum ein Problem mit jemanden den Dienst zu tauschen. Wir Volontäre wohnten im danebengelegenen Personalhaus jeder in einem Einzelzimmer und wir hatten alle auch viele verschiedene Freizeitmöglichkeiten zur Auswahl. Wir konnten das Schwimmbad benutzten und außerdem standen uns viele verschiedene sportliche Aktivitäten zur Verfügung (Turnsaal, Fahrräder,). Wir machten Ausflüge zu verschiedenen Veranstaltungen und wir hatten sogar das Glück, dank unseres Mentors nach London in den Urlaub zu fliegen.
Ich fühlte mich dort richtig wohl. Ich hätte es mit dem EFD nicht besser treffen können. Auch Taschengeld stand mir genug zur Verfügung und ich konnte mich nicht beschweren.
Als ich beim Mid-Term-Meeting hörte, dass einige zum Beispiel nichts zum Essen von der Wohngruppe nehmen dürfen und sich alles selbst mitbringen müssen, oder das einige ihre/n Mentor/in höchsten aller zwei Monate sahen, oder das bis zu fünf Leuten in einem Zimmer wohnen mussten, war ich ganz schön erschrocken. Zum Glück war weder das eine noch das Andere der Fall.

Das es den EFD gibt, wusste ich zuvor gar nicht. Es ist ein Wahnsinn, was uns da alles geboten wurde. Es ist eine wunderbare Möglichkeit, viele Dinge neu kennen zu lernen. Man kann selbst erfahren, ob das die richtige Arbeit für einen ist oder ob man später einmal einen anderen Berufsweg einschlagen möchte. Vor allem war ich erstaunt, dass man dem EFD in so vielen Ländern und Bereichen machen kann. Ich habe schon früher mit Behinderten zusammen gearbeitet und es hat mir viel Freude gemacht. Doch durch den EFD fühle ich mich in meiner Berufwahl noch mehr bestätigt. Mein Wunsch ist es, nach meinem Studium wieder im Institut zu arbeiten.

Auch das Land, in dem ich mein Praktikum absolvierte, war super. Die Sprache war für mich am Anfang kein so großes Problem, obwohl ich manchmal nachfragen musste, wenn etwas im Dialekt gesagt wurde. Doch mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt. In dieser Zeit habe ich viele neue Dinge erlebt und kennen gelernt. Außerdem ist es einem nie langweilig geworden. Man konnte seine Ruhe haben, indem man sich einfach in das eigene Zimmer verkroch oder man setzte sich mit ein paar Leuten zusammen, um mit ihnen zu reden und Spaß zu haben.
Ich fand meinen Arbeitsplatz echt super und auch das es den EFD gibt, ist echt klasse. Durch den Freiwilligendienst weiß man, ob einem die Arbeit liegt oder nicht. Zum Schluss kann ich schreiben, dass es mir an nichts gefehlt hat. Wenn es mal ein Problem geben sollte, gab es immer Menschen, die einem dabei halfen, dieses zu lösen. Natürlich können in jeder Arbeit mal Probleme auftauchen, aber sie sind dazu da, sie zu lösen und daraus zu lernen.

Ich kann nur jedem empfehlen, einen Europäischen Freiwilligendienst zu machen. Ich habe es nicht bereut. Man kann nur an Erfahrung sammeln und das finde ich richtig gut für das weitere Leben und den späteren Beruf. Jeder der sich dafür entscheidet, hat die richtige Wahl getroffen und wird es sicher nicht bereuen. Ich weiß, dass das die richtige Entscheidung war, den EFD zu machen und ich werde mich immer gerne an dieses schöne Jahr zurück erinnern.

Stefanie