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Erfahrungsbericht Annett

So, meine Lieben, ich habe vor, einen Abschlußbericht für Euch zu entwerfen, der Euch hoffentlich etwas bringen wird bei diesem anderssprachigen und -lebenden Völkchen - den Wienern!
Womit soll ich anfangen??? Mit dem Guten? …es ist wundervoll hier. Wirklich wahr… man kann es nicht anders bezeichnen. Die Stadt ist unglaublich schön und hat unglaublich viel zu bieten! Ich sage Euch, nehmt Eure schönen Kleider mit, denn ihr könnt zu Bällen, Opern, Theaterstücken, Musicals (haben ich besonders lieben gelernt!) und weiß was ich noch alles Tollem gehen! Es ist wirklich eine nie geahnte Welt! Ok, ich gebe zu, wir waren doch meistens im Kino oder manchmal auch im Kino (nicht wahr, Nicole? J). Aber vor allem wenn Besuch kommt, nutzt man die kulturellen Angebote und kann prima die bezaubernden Seiten Wiens präsentieren! Irgendwann hat man sogar eine eigene Stadtführungsroute heraus. Also den Stephansdom sollte man unbedingt gesehen haben, denn der gilt als Wahrzeichen schlechthin! Wenn man gut betucht ist oder ähnlichen Besuch bei sich hat, kann man auch mal ins Hotel Sacher gehen und ein Stückchen Sachertorte verdrücken, die angeblich auch auf Wiener Mist gewachsen ist! Ja, die Sachertorte schmeckt nicht schlecht, aber ist eben eher was für Süße!
Und dann geht's schon los… man sagt nicht etwa: "Guten Appetit", nein, in Wien sagt man plump wie zu DDR-Fabrikzeiten "Mahlzeit!". Also nicht dass einer denkt, deutschsprachig ist deutschsprachig! Denkste Puppe! Ein paar Beispiele: ihr solltet "Na" üben, denn das heißt so viel wie Nein! Wenn ihr n Mülleimer sucht, schaut nach nem Mistkübel - vor allem "schaut" nicht "guckt", denn sonst seit ihr schon entlarvt! Quark ist Topfen, allgemeines Kaffeegebäck heißt Mehlspeißen und das heißt auch nicht Kaffeetrinken (dieses am Nachmittag), sondern das ist ne Jause! Puh… schwierig, sag ich Euch! Es gäbe noch einiges anderes zu erwähnen, aber das würde zu lange dauern und als kleinen Tipp: es gibt Bücher mit Namen "Österreichisch für Anfänger!"!
Tja, was gibt es sonst zu sagen?
Man hat in Wien wirklich ständig was zu tun und das EFD-Programm ist auch so angelegt, dass ihr die Möglichkeit habt, viele andere Freiwillige aus den verschiedensten Ländern kennen zu lernen. Am Anfang war ich davon sehr entzückt, aber früher oder später zeigt sich, mit wem man gern was unternimmt und mit wem nicht! Also ich habe eigentlich die ganze Zeit mit der Nici (Nicole) und der Kleenen (Daniela) was gemacht. Ach, das war toll! Ich bin noch immer in Wien (weil's wirklich so toll ist) und die beiden sind aber wieder zurück nach Deutschland gegangen, wie sich's gehört J, und nun vermisse ich sie ganz fürchterlich!
Aber ich habe zum Glück viel zu tun im Büro von Greenpeace - mein Projekt. Ja, das habe ich eigentlich zufälligerweise als mein Projekt auserwählt, doch ich bereue nichts! Das Büro umfasst etwa 60 Mitarbeiter (es gehören auch noch die Mitarbeiter von Ungarn, Slowakei und Rumänien dazu, die es dann auf ca. 80 Mitarbeiter bringen! -übrigens gut für's Englisch-sprechen-lernen) und sie sind alle unglaublich nett! Also das Arbeitsklima ist total locker, alle sind super nett und es macht richtig Spaß jeden Tag hier her zu kommen! Als ich anfing, bekam ich eine Einführung. Meine 1. Greenpeace Aktion von unserer zuständigen Tutorin namens Sonja, die auch super nett ist und immer ein offenes Ohr hat, auch wenn's um Liebesprobleme oder sonstiges geht. DANKE Sonja!, und sie hat mir erklärt, "der heißt so und der macht das" (über 3 Etagen) und ich habe mir nichts merken können… aber man hat es bald drin! Bei den einen braucht es natürlich länger, vor allem wenn sie im 3. Stock sitzen und man da praktisch nie hinkommt, und bei denen, die man ständig sieht, kann man dann schon irgendwann Namen und Gesicht und eventuell auch Sitzplatz zuordnen! Ich bin (noch immer, da ich ja mit einem Freiwilligen Ökologischen Jahr meine GreenpeaceZeit verlängert habe) in der Medienabteilung und bin zuständig für jegliche Foto- und Presseangelegenheiten.
Zum Beispiel muss ich Fotos von internationalen Aktionen von einer internen Greenpeace-Datenbank runterladen (wenn zum Beispiel in Mexiko ne GP-Aktion war, dann kommen die auf die internationale Intranetseite (interne GP-Seite) und ich lade die dann runter, um zu schauen, ob die für uns brauchbar sind) oder ich kann inzwischen die Homepage aktualisieren oder ich muss alle Zeitungen durchforsten, ob sie was über unsere letzte Aktion gebracht haben und muss das dann fein säuberlich ausschneiden und zusammenkleben… eben so Arbeiten machen, die so anfallen! Aber damit sind nicht blöde Kopierarbeiten gemeint! Manchmal sitze ich auch am Empfang und vertrete die netten Kolleginnen, die da sonst sitzen und Telefonanrufe, Pakete oder sonstiges entgegennehmen… man muss sich nur melden, wenn einem langweilig ist und dann kann man Recherchen machen (oder sonstiges) ohne Ende!
Alles in allem gibt es auch hier nichts zu bemängeln… sonst hätte ich wohl kaum verlängert!
Nicht so ein Glück hatte ich allerdings mit meinen Wohnungen. Die erste Wohnung war an sich nicht schlecht, nur davon abgesehen, dass meine Mitbewohnerin ihr Bett in der Küche hatte! Na ja, gut, sie hatte einen Freund aus Wien (ja, auch der Liebe kann man hier begegnen) und sie war daher nie zu Hause… es war ganz ok! Leider musste ich dann nach ein paar Monaten ausziehen, weil unsere Wohnung aufgegeben wurde und dann kam ich in eine Wohnung, die man einfach nicht aushalten kann… ich traue mich fast gar nicht, sie näher zu beschreiben… also gut: es gab 2 Zimmer und eine Küche, die gleichzeitig eine Dusche enthielt und somit als Bad diente! Küche und Bad in einem - wie praktisch! -wie ätzend!
Ach ja, eine Toilette gab es auch, allerdings musste man dazu über den Flur! Zum Schluss hatte ich dann tatsächlich noch eine sehr liebenswürdige Mitbewohnerin (ach, Christina, ich hoffe, wir schauen mal wieder Verbotene Liebe zusammen), allerdings hat die inzwischen auch schon das Weite gesucht… Verständlich, bei der Bude! Noch Fragen? Nö, ne Waschmaschine gab's nie… na ja doch, aber sie funktionierte nicht! Da haben sich wohl schon mehrere Freiwillige mit herum geschlagen! Man ging also mit Sack und Pack in den Waschsalon und konnte sich dann das Geld immer wieder bei Melanie abholen…
Melanie ist die Zuständige von der Organisation "Grenzenlos". Fragt sie, ob und wieviel sie zahlt und dann bemüht Euch selbst drum! Wenn ihr auch in die Absteige in der Favoritenstraße (fragt besser vorher, wohin ihr kommt! Sollte es Favoritenstraße 141 sein, wehrt Euch im Voraus!) kommt, dann sucht Euch einfach eine eigene Wohnung und lasst Euch Euer Wohngeld auszahlen, dazu habt ihr echt das Recht! Das stand auch in den anderen Berichten schon, aber irgendwie will man ja kein Stress machen und so… aber wirklich, wenn ihr was ändert wollt, tut's einfach! Fragt halt vorher und das wird dann schon…
Ja, kann ich noch was hinzufügen??? Eigentlich nicht… ich möchte noch ganz herzlich danken: dem René, der das möglich gemacht hat; auch dem Detlef, der mich förmlich auf dieses Projekt gestoßen hat; natürlich den zuständigen EU-Töpfen, die das finanzieren; meinen MitFreiwilligen, Nicole und Daniela, die mir das Leben hier doppelt schön und bunt gemacht haben; meinen liebsten KollegInnen von Greenpeace (seitenlange Danksagungen kommen nächsten Juli, wenn ich Euch eventuell gänzlich verlasse… aber wir werden sehen; Claudia und Carmen, die uns noch jegliche Fragen bzgl. Wien und dem doch sehr eigenartigem Österreich beantwortet haben; Melanie, die uns bei Sachen wie Kontoeröffnung, Freiwilligenkontakten und Sonstigem geholfen hat; ja und dem Rest der Welt, der dieser Stadt zu dieser Einzigartigkeit und meinem wundervollen Leben darin verholfen hat…

MERCI - THANKS - DANKE - GRAZIA - KÖSZÖNÖM

…und Euch natürlich alles Gute in Eurem Projekt…

Annett