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Erfahrungsbericht Iris

Nachdem ich jetzt schon wieder 4 Wochen in Deutschland bin, wird es Zeit mich meinem Abschlussbericht zu widmen. Ich schreibe über das Projekt in Dänemark, dass sich mit alten, traditionellen Spielen befasst, die in einer Art "Open Air Museum" an den "Mann" gebracht werden.
Die Arbeit ist seit dem Zwischenbericht im Großen und Ganzen gleich geblieben, aber zum Verhältnis gegenüber der Arbeit und unseren Kollegen hat sich gegen Ende hin doch noch einiges verändert. Im Sommer lief der Park teilweise auf Hochtouren und unsere Kollegen waren immer gestresst. Für uns (Maria, Spanierin aus dem EVS und mich) war das teilweise nicht nachvollziehbar, aber wir haben fleißig mitgeholfen. Ab und an hab ich den Stress im Cafe gut gespürt, wenn z.B. eine Gruppe mit 100 Kindern Eis kaufen wollten. Außerdem waren wir im Sommer viel auf Festivals und anderen Veranstaltungen außerhalb unseres Parks unterwegs. Dies war meist sehr spaßig und abwechslungsreich, aber auch sehr anstrengend, weil wir den Parkbus mit all den Spielen vorbereiten mussten, dann teilweise sehr weit fahren, anschließend all die Spiele aufbauen, den Besuchern die Spiele erklären und vorführen mussten. Danach verstauten wir wieder die Spiele im Bus, packten alles ordentlich ein und fuhren wieder zurück nach Gerlev oder wir mussten teilweise auch irgendwo über Nacht bleiben. So kam es, dass mein Arbeitstag auch mal 12 Stunden oder mehr hatte. Während des Sommers waren die Sommerkurse in der Højskøle immer Mittwoch abends in unserem Park und so kam es ebenfalls dass ich dann 12 Stunden arbeiten musste. Dies war auch sehr anstrengend und oft für mich nicht nachvollziehbar, warum wir als Freiwillige 12 Std. arbeiten mussten, während die Arbeiter im Park erst später zum arbeiten angefangen haben oder früher nachhause gegangen sind.
Maria und ich haben festgestellt, dass wir im Vergleich mit den anderen EVS-lern, die wir in DK kennen gelernt haben, mehr und härter gearbeitet haben. Was mich auch im Laufe der Zeit etwas genervt hat war, dass eine von uns oder auch beide immer am Wochenende zum Dienst antreten mussten. Das fand ich schon Schade, weil gerade die anderen Freiwilligen, die wir kennen gelernt hatten, sich oft am Wochenende getroffen haben und wir konnten dann häufig an den Treffen nicht teilnehmen.
Andererseits habe ich sehr viel von DK gesehen und auch viele Dinge erlebt, die mir einfach durch die Arbeit ermöglicht wurden. So kam ich auf viele Festivals, wo ich wohl ohne den Park nicht hingekommen wäre. Auch war es oft so, dass ich mir, z.B. bei dem Baltic Sea Festival in Helsingør die ganze Stadt und auch das berühmte Shakespeare-Schloss aus Hamlet während meiner Arbeitszeit ansehen konnte. Dort war es einfach so, dass ich beim Auf- und Abbauen geholfen habe und ab und an mal den Bus gefahren habe und sonst durfte ich mich umsehen. Dies fand ich super an diesem Projekt.
Im Park wurde immer Arbeit für uns gefunden, auch wenn mal nichts los war oder keine Gäste da waren. Dann haben wir Spiele angemalt oder Unkraut gejätet usw. Selbst bei Regenwetter haben sie uns zum Disteln herausziehen beordert. Arbeit war somit immer da, wobei dies auch sehr davon abhing, wer gerade für uns zuständig war. Es kam schon auch vor, dass ich mit Maria 3 Std. im Cafe saß und wir einfach nur gequatscht haben, wir mussten halt einfach nur präsent sein.
Bezüglich des Sprachkurses war ich sehr unzufrieden, weil wir insgesamt nur ca. 10x Unterricht hatten. Kit unsere Kontaktperson hat den Sprachkurs für uns gemacht und dieser war auch sehr gut und intensiv. In den Stunden, die wir erhielten, habe ich auch einiges gelernt, aber es war einfach nicht genug. Für die Arbeit im Cafe wäre es so sinnvoll gewesen, besser dänisch zu sprechen. Auch wenn ich mit Kindern gearbeitet habe, die kein englisch sprechen war es schwer sich zu verständigen. Aber irgendwie sahen wohl Kit und Stehen, der Chef, dies nicht so, weil sie meinten, es sei vollkommen ausreichend. Wir meinten auf jeden Fall zu Kit, dass die Freiwilligen nächstes Jahr doch mehr Unterricht erhalten sollten. Wir sagten ihr auch, dass wir mit dem Sprachkurs nicht einverstanden waren, weil wir nicht oft genug unterrichtet wurden. Leider gibt es dazu ja keine Regelung bei EVS. Dadurch konnte ich aber meine Englisch Kenntnisse verbessern, Mit Erwachsenen im Park war es meist kein Problem zu sprechen, weil die Dänen alle gut englisch können. Maria und ich haben in einem Gespräch mit Kit noch einige Anregungen für die zukünftigen EVSler im Gerlev Legepark gebracht. Laut Kit werden sie versuchen diese umzusetzen. Die ganze Idee des Freiwilligen Europäischen Dienstes finde ich sehr gut und hat mir wirklich Spaß gemacht. Ich fand es Klasse, dass ich mich mit meiner Kollegin Maria so super verstanden habe und jetzt eine spanische Freundin habe. Auch die Möglichkeit, so viele europäische junge Leute kennen zu lernen, fand ich Super. Ich hoffe sehr, dass einige Kontakte lange bestehen bleiben. Der Einblick in ein ganz anderes Arbeitsfeld, als mir bisher bekannt war, und dazu noch im Ausland, hat meine Erfahrungen bereichert.
All meine Besucher fanden die Zeit in Dänemark schön und haben sich auch im Park prächtig amüsiert und fanden, dass ich mich gut mache in DK. Mit den deutschen Besuchern des Parks hatte ich ebenfalls nette Begegnungen und diese fanden es gut, die Spiele auf deutsch erklärt zu bekommen. Wobei die meisten Beschäftigten im Park sehr bemüht waren, den deutschen Besuchern (waren die häufigsten ausländischen Besucher) auf deutsch oder auf englisch entgegenzukommen. Meine Aufgabe war es, gegen Ende auch einige der Spiele vom Englischen oder Dänischen ins Deutsche zu übersetzen.
Im nachhinein fand ich die Zeit in Dänemark sehr schön und ich denke, ich habe sie sinnvoll genutzt auch bezüglich des Kennenlernens der Nachbarländer Schweden und Norwegen. Zum Abschied meines Aufenthaltes wurde mir noch mal von allen gedankt und ein großes Lob für meine Arbeit ausgesprochen. Das Weggehen von DK viel mir nicht schwer, aber ich werde sicher oft und gerne an diese Zeit zurück denken.

Iris