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Erfahrungsbericht Ute

Von Oktober 2003 bis September 2004 arbeitete ich in Dawlish (Grossbritannien) mit Jugendlichen in der oertlichen Gesamtschule und Kirchen.
Die ersten vier Monate wohnte ich in einem nahegelegenen Dorf bei Gasteltern. So fuhr ich jeden Tag mit dem Bus nach Dawlish in die Schule, wo ich den Lehrern und Schuelern im Unterricht half. Da es in England nur Gesamtschulen gibt - abgesehen von Foerderschulen, Privatschulen und Gymnasien - finden sich in einer Klasse Schueler mit weitreichenden Lernniveaus. In den ersten Monaten begleitete ich besonders drei Schueler im Unterricht, was eine sehr interessante Arbeit war, da ich Einblick in alle Faecher bekam und eine gute Beziehung zu diesen Schuelern aufbauen konnte.
Nach vier Monaten zog ich zu anderen Gasteltern, mit denen ich nach 6 Monaten noch mal umzog.

Meine Mitarbeiter waren Lesley aus Schottland und Denis aus Uganda. Wir nannten uns selbst das "IMPACT-Team". Denn unser Ziel war, einen Unterschied in Dawlish unter den Jugendlichen, in der Schule und in den Kirchen zu machen. Waehrend Lesley und Denis in der anglikanischen Kirche (das Equivalent zur evangelischen Landeskirche) stationiert waren, gehoerte ich zu der freien evangelischen Gemeinde. Zu meinen Gemeindeaufgaben gehoerte in der Musikgruppe im Gottesdienst mitzuspielen, bei Jugendtreffen anwesend zu sein und ab und zu Spiele und Andachten beizutragen. Jugendtreffen fanden dreimal die Woche statt. Donnerstagabends war Bibelstunde fuer 13-18-jaehrige, am Sonntagabend Spieleabend fuer die gleiche Gruppe und Freitagabends Jugendtreff mit Spielen und Andachten fuer 11-16-jaehrige. Alle Jugendtreffen waren immer gut besucht und wurden von den Jugendlichen gut angenommen. In der Landeskirche organisierten wir als IMPACT ebenfalls verschiedene Aktivitaeten fuer Jugendliche. Diese Jugendlichen hatten weniger mit Kirche am Hut und die Klubs, die wir veranstalteten waren mehr gesellschaftlich als informativ. Das Wochenprogramm sah ungefaehr so aus:

  • Montagabend - Gravity Jugendclub fuer 11-13-jaehrige
  • Dienstagabend - The Vibe Glaubenskurs fuer Jugendliche
  • Mittwochabend - Crusaders Jungschar fuer 8-11-jaehrige
  • Freitagabend - Jugendclub fuer 13-17-jaehrige

Die Arbeit in der Schule umfasste jedoch nicht nur Unterrichtshilfe, sondern auch Mittagsklub. In englischen Ganztagsschulen haben die Schueler eine Stunde Mittagspause, in der sie an Klubs teilnehmen koennen. Denis und ich leiteten zusammen einen Klub fuer 8-Klaessler und einmal die Woche ging ich in die Privatschule, in der Lesley arbeitete, wo wir zusammen einen Schuelerbibelkreis hielten.

Von dieser Moeglichkeit in England mit Jugendlichen zu arbeiten, hoerte ich durch SWYM (South West Youth Ministries). Diese Missionsgesellschaft hat Partnergemeinden im ganzen Suedwesten Englands, sowie in vielen anderen Laendern, wie z.B. USA, Kanada, Kenia, Tanzania, Uganda, Australien, Neu Seeland, Japan, Deutschland, Belgien, Skandinavien, der Tschechischen Republik u.s.w. Diese Partnerschaften laufen unter dem Namen ICY (International Christian Youthworks). (Kontakte: siehe unten)
Wir waren ungefaehr 110 junge Erwachsene bei SWYM. Alle sechs bis acht Wochen hatten wir Konferenzen, auf die wir uns immer alle gefreut haben, denn Konferenz, das hiess Zusammensein, Austausch, Spass, Vorlesungen (eher informell), Musik und vieles mehr, wie z.B. eine Tour mit Limousinen nur fuer die Maedels! Gut, dies war eher die Ausnahme. Aber nach ein paar Wochen harter Jugendarbeit, war Konferenz genau das was man brauchte um sich wieder mental aufzurappeln.

An die englische Kultur habe ich mich schneller gewoehnt als ich dachte und ich fuehlte mich schnell wie zu Hause. Hierbei kommt es aber groesstenteils auf die Einstellung an. Wenn man an einem Ort zu Hause sein will, wird man sich auch zu Hause fuehlen und kein Heimweh haben. Nach gewisser Zeit gefaellt einem auch das britische Fernsehen, das etwas andere Essen (clotted cream, marmite, pickle…), der Linksverkehr und vieles mehr. Mein Tipp: einfach alles ausprobieren und dem Neuen immer eine Chance geben und eine zweite und eine dritte...

Auch nach einem Jahr gibt es sprachlich und kulturell immer noch viel zu entdecken und aus meinen Erfahrungen kann ich sagen "ein Jahr vergeht viel zu schnell". Gott sei Dank gibt es ja das "future capital" des Jugendprogramms der EU, mit dem man nach seinem EFD, ein eigenes Projekt bis zu 12 Monaten Dauer machen kann. Ich bin gespannt was es im zweiten Jahr in England so zu entdecken gibt!

Ute

Links: www.swym.org.uk
www.icy.org.uk